Wer wandert, der läuft vor dem Tod davon.
Oh, die wirklichen Gewalten des Lebens hält sich der Mensch so lange als nur irgend möglich vom Leibe, und so lange es angeht, tut er alles, um sich über sie hinwegzutäuschen. Ich kenne das.
Ihr Leute aus der Stadt werdet überhaupt nicht älter, ihr kommt alt zur Welt und so bleibt ihr bis es aus ist …
Der Tod hockt überall, wo immer du willst, auf dem Dach, im Garten … den muß nicht erst ein Fremder herbringen.
Es gibt Tage, da ist die Welt wie ein eingerichtetes Zimmer, der Himmel ist eine freundlich gestrichene Decke, die Berge sind weißgrüne Tapeten, und auf dem bunten Teppich des Lebens kugelt alles Spielzeug und macht läppisch-liebliche Musik.
Alles in dieser Familie hatte einen Unterton von Angst, die Liebe, mit der sie zu einer dünnen und nicht sehr haltbaren Wärme zusammenrückten, nicht minder als der patriarchalische Beschützerton, mit dem der kleine Vater Wetchy die Seinen kommandierte.
Dichtung entstammt der Dämmerung.
… doch dort, dort ist das Meer, immerzu spürt man das Meer, auch wenn man es nicht sieht, und sein Salz steigt in die Sonne, es wandert mit ihr und steigt mit ihrer Hitze wieder herunter und wird zum Schweiß der Tiere und Menschen, aber auch zum weißen Grün der Oliven und zur schwarzen Süßigkeit der Trauben.
Wer schon an so vielen Sterbebetten wie ich gesessen ist, der ahnt, daß es ein verschiedenes Sterben gibt, daß es in dieser großen Einsamkeit, in der so vieles gleich wird, doch auch eine Bevorzugung gibt, den wirklichen Tod, der so übergroß und schön ist, ein Aus-Sein und dennoch nicht Zu-Ende-Sein, daß selbst der Arzt, der Feind des Todes, sich willig ihm beugt und er einen Kampf aufgibt, der nicht dem Tode, sondern [dem] Aus-Sein gilt.
Und da weiß wohl ein jeder von uns, wie wenig fehlt, daß der Mensch zurückfalle … unter das Tier falle; niemandem ist es leicht gemacht, Ebenbild Gottes zu bleiben.
Nur das Ruhende ist zur Wegweisung imstande.
Und ich mußte daran denken, daß das Ungeborene vielleicht jetzt schon das Rauschen der Bäume und das Weben des Sommerwindes vernehme und daß es sein ganzes einstiges Leben dieses Vor-Lauschen als ewiges Heimweh mit sich tragen [werde].
Wer liebt, ist jenseits seiner Grenze.
Das Ziel der Erkenntnis liegt außerhalb der Erkenntnis.
So verbirgt Finsternis ihr wahres Wesen, läßt sich ihr Geheimnis nicht entreißen.
Je älter man wird, desto länger währt der Frühling.
Vieles war wie eine Melodie geworden, die man nicht vergessen zu können meint, und aus der man doch herausgleitet, um sie stets aufs neue schmerzlich suchen zu müssen. Das war ein unheimliches und hoffnungsloses Spiel.
Je mehr Zeit verflossen ist, desto mächtiger wird uns die Stimme der Zeiten.
Die Welt ist vergiftet […] nicht nur mit Nikotin und mit Alkohol und mit tierischer Nahrung, sondern mit einem noch übleren Gift, das wir kaum kennen… es ist nicht anders, als ob Geschwüre aufbrächen.
Liebe ist große Fremdheit: da sind zwei und jeder ist auf einem anderen Stern und keiner kann je etwas vom andern wissen. Und auf einmal gibt’s keine Entfernung mehr und keine Zeit und sie sind ineinandergestürzt, so daß sie nichts mehr von sich und nichts mehr voneinander wissen und auch nicht mehr zu wissen brauchen.